Gallus Theater Programm: Tra Theater mit Wie man Wünsche beim Schwanz packt

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Wie man Wünsche beim Schwanz packt



Tra Theater

»Wie man Wünsche beim Schwanz packt«

von Pablo Picasso

Donnerstag, 8.12. - 20.00
Freitag,    9.12. - 20.00
Samstag,    10.12. - 20.00

Nach der Premiere am 3.März waren viele fasziniert und ratlos: Manche (ver-)zweifeln am »kreativen Chaos« des genialen Malers, vermuten »einen schnell dahingeschriebenen Scherz«, möchten das »surrealistische Dramolett« verstehen als »heikles Resultat einer Ecriture automatique« in einer bildnerischen Schaffenskrise.

»Warum greift so ein junges Ensemble, das über außerordentlich profilierte Schauspielerpersönlichkeiten verfügt, nach denen sich jede Schauspielschule die Finger lecken würde, ausgerechnet zu diesem nervtötenden Laber-Drama?«

»Das Tra-Theater indessen packt die Wünsche am Hals statt am Schwanz und drückt ihnen gründlich die witzig-poetische Luft ab«.

So wechselvoll wie die Meinungen ist auch die Geschichte des Stückes: Im kalten Winter 1941 schreibt Pablo Picasso »Le désir attrapé par la queue« über seine Situation als zwiespältige Zentralfigur der intellektuellen Widerstandsszene. 1944 findet im besetzten Paris heimlich die Uraufführung mit prominenter Besetzung statt: Camus führt Regie, J.P.Sartre, S.de Beauvoir, Dora Maar, R.Queneau u.a. lesen. Daniel Spoeri brachte mit Meret Oppenheim die deutsche Fassung 1956 in Bern heraus. Veit Relin inszenierte mit großem Erfolg in Wien.

Für uns, die wir auch den skurrilen Text nicht deuten konnten, ist die Interpretation von Stefan Maurer ein schlüssiger Zugang, der dem Werben von Torte, Klümpchen, Kusine, fetter und magerer Angst um die falsche Zuneigung des Künstlers Plumpfuß sinnvolle Bilder gibt. Fassaden bröckeln ab, nackte Menschen erkennen sich, Blößen werden verletzt... Was hat sich seit 1941 daran geändert?