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Protest

Protest

Daedalus Company

»Protest«

von Václav Havel / aus der Vanek-Trilogie

Dienstag, 5.02.13 20.00 Eur 15/11
Mittwoch, 6.02.13 20.00 Eur 15/11
Freitag,  8.02.13 20.00 Eur 15/11
Samstag,  9.02.13 20.00 Eur 15/11

Das Stück »Protest« ist Teil der »Vanek-Trilogie. Audienz, Vernissage, Protest«, drei tragikomische Einakter, die von Havels eigenem Erleben geprägt sind. Die Figur Vanek, eine Art Alter Ego von Václav Havel, hat ein Protestschreiben zur Unterstützung der Menschenrechte verfasst. Als er jedoch dieses Schreiben seinem Schriftstellerkollegen Stanek präsentiert, ringt dieser mit seinem Gewissen und den Konsequenzen, die drohen könnten, wenn er seinen Namen tatsächlich unter das Schreiben setzt. Die Hauptfigur Vanek ist ein leiser unaufdringlicher Held, der seine Mitmenschen auch in ihrer Verbiegung akzeptiert und im Grunde für sich das Selbe vergeblich erhofft. Gerade weil Havel durch Beschreibung und nicht Anklage die Zustände offen legt, zeigt sich, was die Deformation, die Selbstzensur und vorauseilender Gehorsam bei Menschen und deren Gesellschaft anrichtet. Dem "Sehenden" bleibt in einer solchen Situation oft nur Isolation, Flucht oder Wahnsinn.

»Erst erstaunt das Stück. Und dann die Tatsache, daß eine so intelligente wie fesselnde Arbeit wie »Protest« von Vaclav Havel auf deutschen Bühnen nicht schon längst etabliert ist ... Das tragikomische Dialogspiel ist in der famosen Inszenierung der Daedalus Company auch eines der Körpersprache. Was Stanek trotz brillanter Rhetorik einfach nicht gelingen will, nämlich Vanék zu greifen, versucht er in einer Art Übersprunghandlung mit seinen immer drängender auf Berührung gehenden Händen. Das eindringliche Spiel Michael Günthers konturiert den zunächst so souveränen als einen ersichtlich verunsicherten Mann, den es kaum auf dem Sitz hält. Stoisch, auf nichts als seine Integrität bedacht, treibt Christoph Stein sein Visavis zur selbstverleugnenden Entblößung, ohne auch nur einen längeren Satz zu sagen. Nach der Vorstellung kann man sich mit Attac für die Vermögensumverteilung einsetzen - per Unterschrift.« (Winnie Geipert, Strandgut 2/13)

»Was sind das für Zeiten, wo ein Gespräch über Magnolien fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt?... Denn als Vanek (Christoph Stein) Stanek (Michael Günther) in seinem Haus besucht, widmet sich Günthers Stanek mit einer seltsamen Hingabe dem Thema Magnolien. So als könnten sich die schönen Blüten über das legen, was zwischen den beiden steht. ... Die Distanz zwischen den beiden wird in der Inszenierung von Regina Busch spürbar und auch durch den jovial mit seinem Stuhl auf Vanek zurollenden Stanek nicht verkleinert. Wie sich im Laufe der Inszenierung zeigt, steht nämlich nicht nur die Vergangenheit zwischen den beiden. Auch die Gegenwart.« (Astrid Biesemeier, FNP)

»Schnell eskaliert das Wiedersehen der beiden Schriftstellerkollegen von unverbindlicher Freundlichkeit über wortreiche Verlegenheit zum verbalen Nahkampf. Zwar spielt Christoph Stein als Vanek die Hauptrolle und damit das Alter Ego des Autors, aber Michael Günther lenkt alle Faszination auf seinen Stanek, der sich mit seinem zunächst überzeugenden Plädoyer für die pragmatischen Aspekte seiner Protestverweigerung bald in die Moralfalle manövriert.« (Jürgen Richter, FAZ 5.2.13)

Mit: Jan Stanek - Michael Günther, Ferdinand Vanek-Christoph Stein
Regie: Regina Busch
Ausstattung: Britta Yook
Sound/ Fotos: Frank Marheineke
Licht: Jan Hartmann
Dramaturgie: Lynnette Polcyn
Regieassistenz: Christoph Goy, Cecilia Ward

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