Müjdat Albak

Günes Theater

»Ein halbes Jahrhundert / Yarim Yüzyil«

Geschichten der Migration in Deutschland / eine Solo-Performance von Mujdat Albak & Musikern in deutscher Sprache

Dienstag, 26.11.13 20.00 - Eur 14/10

»Ein halbes Jahrhundert« nennt Müjdat Albak seine Solo-Performance. Das Stück erzählt Geschichten der Migration in Deutschland; fünf Jahrzehnte werden anhand von fünf Einzelschicksalen dargestellt. Dabei spielen die Migrationsgründe, die sich im Laufe der Zeit ändern, die Situation im Aufnahmeland und der alten Heimat, Änderungen in der moralisch, ethischen Lebenswelt etc. eine bedeutende und nicht zu unterschätzende Rolle.

Das Stück spielt jetzt, wobei der älteste Charakter 70 Jahre und der jüngste 21Jahre alt ist. Die fünf Charaktere werden allesamt durch einen Schauspieler dargestellt. Musikalisch, wird das Stück von verschiedenen Musikern und einer singenden Schauspielerin begleitet. Zusätzliche Bild und Filmprojektionen, sei es dokumentarisch oder aktuell, stellen den Bezug zur heutigen Lebensrealität her. Durch die persönliche Darstellung und den Bezug zu den vergangenen fünf Jahrzehnten werden sowohl Individualität als auch allgemeine Veränderungsprozesse erkennbar gemacht.

½ Jahrhundert zeigt dem Zuschauer weit über die gewöhnliche Berichterstattung hinaus die persönliche Geschichte von fünf Migranten als Individuen und stellt dabei das Phänomen der Migration als Ergebnis von sozialpolitischen Prozessen in den Hintergrund.

Ali Osman Özüdogru (71:) einer der ersten, der sich 1961 traute. In Deutschland ist heute von ihm nicht mehr als ein Bäumchen übrig. Satýlmýþ Satýr (66) ("Satilmisch Satir", zu Deutsch "verkaufte Axt"): ist erster türkischer Direktor einer Schule in Deutschland und gibt vor, wie Migrantenjugendliche ordentlich in der Reihe zu gehen haben. Nevzat Çelik(49): erzählt bei der Musiktherapie in einer psychiatrischen Klinik wie er in beiden Ländern von Faschos die Fresse poliert bekommt und von seinem Liebling Helga im Höllendorf Oberfranken festgenagelt wird. Atakan Seval (34): nicht endendes Telefonklingeln nach einer krass vollgekoksten Nacht in Frankfurt: die hartnäckige Exfrau, die nicht locker lässt, Pokerface von letzter Nacht und schließlich der türkische Verwandte, der an der Grenze mit dem Zoll in große Schwierigkeiten gerät und ein nackter Mann hinter der Couch. Sein Plan geht nicht auf. Cafer Öztürk (21): Offenbacher Bubb, der einmaligen Ausgang aus dem Jugendknast für einen konkreten Auftritt bei DSDS bekommt. Hier zeigt er Dieter und Konsortern, wo seine Eier sind. Seine Letzten Worte sind "Hasta la Vista Ditaar".

Mit: Müjdat Albak
Musik: Florian Wäldele (Klavier), Tülay Yongaci (Gesang), Deniz Köseoglu (Baglama)
Regie: Cüneyt Sezer

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