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Szenen eines Kulturvolks

E9N

Ensemble 9. November

»Szenen eines Kulturvolks«

Eine szenische Collage über das Mädchenorchester in Auschwitz

Dienstag, 3.12.13 - 20:00 Eur 18/14/9 Karten
Mittwoch, 4.12.13 - 20:00 Eur 18/14/9 Karten
empfohlen für Schüler 10.-13. Klasse, Dauer 70 Minuten

In diesem Jahr hat das E9N im März sein 25 jähriges Bühnenjubiläum bei uns gefeiert und nun kommt es zum Abschluss ihres Festivals in Kooperation mit dem Theater Willy Praml und dem Gallus Theater im Herbst auch noch einmal zur Wiederaufnahme ihres ersten Stücks »Szenen eines Kulturvolkes«, das anlässlich der 50. Gedenkfeier der Reichspogromnacht uraufgeführt wurde.

Hauptgedanke und durchgängiger Faden ist das Thema der Kultur und der Selektion in Auschwitz (Schweißflecken und Pickelchen verboten). Im Gleichschritt stampfen acht Frauen in einfachen Alltagskleidern auf eine kahle Bühne. Die strenge Choreographie lässt Keine aus der Reihe tanzen. Mit dem bewussten Verzicht, die Lagerinsassen als Individuen darzustellen, gelingt es der Regisseurin und ihrem Ensemble, die Entmenschlichung und den Verlust der Würde, systematisch, als Rädchen in einer perfekt gesteuerten Maschinerie deutlich werden zu lassen. Das Stück ist aufgebaut wie eine Komposition für Sprache und Bewegung. Die Geschehnisse im Lager kommentieren, wie ein antiker Chor, acht Schauspielerinnen. Die Täter, obwohl nicht sichtbar, sind allgegenwärtig. Sie sind ihre ständigen Begleiter. Mit jedem Atemzug, jedem Wort, jeder Geste der Frauen, sind sie ein Teil von ihnen. Durch die teilweise emotionale Distanzierung von Tätern und Opfer lässt sich die Emotionalität und der Grad der Involvierung bei den Zuschauern selbst steuern. Wir sehen zwei Bühnen (4x5m), die sich gegenüber stehen. Die Schauspielbühne mit den acht Frauen und die Musikerbühne mit einem elfköpfigem Orchester und einer Sängerin. Es spielt die Musik, die die Frauen, um zu überleben, im KZ spielen mussten, Puccini, Mendelssohn-Bartholdy, Wiener Walzer usw.

»Szenen eines Kulturvolkes gilt als eine der besten Arbeiten des E9N« findet nicht nur die FAZ. Das Stück erlebte zahlreiche Aufführungen in Frankfurt und in vielen Städten der Bundesrepublik, darunter auch zwei Serien im November 98 und 2008 bei uns. Wir freuen uns, dass es dieses Jahr noch einmal gezeigt wird, 75 Jahre nach der Reichsprogromnacht und 50 Jahre nach dem Auschwitz-Prozess in Frankfurt, der im Römer begann und dann im Hause Gallus hier in unserem Stadtteil fortgeführt wurde.

1989 schrieb der Dichter Erich Fried über die Dramatisierung des 'Mädchenorchester in Auschwitz' »Ich betrachte die Aufführung als kulturelle, kulturgeschichtliche und geschichtliche Notwendigkeit.«

Regie/ Dramaturgie: Helen Körte
Musikalische Leitung: Armin Rothermel
Darstellerinnen: Simone Greis, Birgit Heuser, Dzuna Kalnina, Janine Karthaus, Ruth Klapperich, Raija Siikavirta, Mirjam Tertilt, Marlene Zimmer
Musiker/Innen: Ljubomir Aleksandrovic, Axel Arendt, Lars Klengel, Ludwig Lohwasser, Christian Müller, Heidrun Molge, Rüdiger Orthmann, Guido Spitz, Steff Taibi
Mezzosopran: Monica Ries
Bühne: Wilfried Fiebig

Karten: Voll 18,00 Euro
Karten: Erm. 14,00 Euro
Karten: Schüler/Studenten 9,00 Euro

E9N im Haus Gallus